Rollenbilder auf den Kopf gestellt

02.02.2026 | Nachhaltigkeit

OSMAB enthüllt Kunstwerk in Köln-Kalk

Manchmal reicht eine Wand, um eine ganze Geschichte neu zu erzählen: In Köln-Kalk ist genau das passiert. An der Rolshover Straße 99 haben wir gemeinsam mit dem Künstler AKUT einen Ort verwandelt, der tief in der Industriegeschichte des Viertels verwurzelt ist.

Wo früher eine Batteriefabrik stand, wurde gearbeitet, produziert, geschuftet. Industrie war Alltag, Verantwortung lag schwer auf den Schultern der Menschen, die diesen Standort geprägt haben. Heute gehört das Areal zu einem gewerblichen Cluster, in dem wir mehrere Bestandsimmobilien besitzen.

Das großformatige Wandgemälde greift diese industrielle Herkunft auf und holt sie mit einem Perspektivwechsel in die Gegenwart. Unternehmerinnen bestimmen das Geschehen, Zigarren, Geld, Macht sichtbar in ihren Händen. Männer arbeiten in der Werkshalle, mit Babys in Tragetüchern vor der Brust, familiäre Verantwortung offen getragen, körperliche Arbeit dahinter. Die Szene ist überzeichnet, irritierend, genau darin liegt ihre Stärke.

Dieses Kunstwerk ist für uns mehr als eine Fassadengestaltung. Es ist ein Statement. Für einen Standort, dessen industrielle Geschichte bis heute nachwirkt. Für Menschen, deren Leistung oft unsichtbar blieb. Und für die Frage, was passieren würde, wenn sich Perspektiven wirklich ändern dürften. Dieses Mural verschönert nicht nur eine Fassade, es öffnet einen Resonanzraum, lädt zum Hinsehen ein und zum Weiterdenken. Kunst darf irritieren. Sie darf provozieren. Und manchmal ist genau das der Anfang eines Gesprächs, das längst überfällig ist.